Das Hypogäum von Malta – Teil 1

Das, allgemein als Hypogäum bezeichnete bauliche Kunstwerk einer gespiegelten oberirdischen Tempelanlage, ist nur der kleine Teilbereich eines gewaltigen Labyrinths, das sich tief durch den ganzen aus Globigerine – Kalksandstein bestehenden Berg, der heute eine Insel ist ausdehnt. Diese  Kunstfertigkeit einer Tempelanlage,  ist wie auch seine oberirdischen Gegenstücke einzigartig auf der Welt.

Seit der Wiederentdeckung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Ergebnis  der ersten Untersuchung durch  Dr. A. A. Caruana im Januar 1902, umhüllt das Hypogäum eine Aura des Geheimnisvollen.

Der erste offiziell bestellte Experte war Frater Emanoel Magri. Er leitete die Grabung ab 1903. Als er 1907 plötzlich verstarb verschwanden auch seine Aufzeichnungen. Trotz intensiver Suche, sind diese bis zum heutigen Tage verschollen.
Ab 1907 wurde dem noch heute hoch angesehenen Malteser Mediziner und Archäologen Prof. Dr. Sir T Themistokles (Themi) Zammit die Fortführung der weiteren Grabungen anvertraut. Dieser befreite das Hypogäum im Laufe der Jahre von ablagerten natürlichen Schwemmschlamm, der wie ich behaupte, durch die Sintflut in das Hypogäum gelangte. Prof. Zammit differenzierte deutlich klar zwischen den eingeschwemmten Schlamm-Ablagerungen und dem sich sonst noch im Hypogäum befindlichen Schutt-Material.
Der Teil des umfangreichen Labyrinths, welches Hypogäum genannt wird, befindet sich auf drei Stockwerken verteilt tief m Fels. In der obersten Etage wurden kurz unterhalb der obersten Ablagerungsschicht Gegenstände aus dem 18. Und 19. Jahrhundert gefunden. Nicht weit vom ursprünglichen Eingang entfernt, fand man eine Münze mit dem Bildnis des Großmeisters Manuel Pinto da Fonseca. Diese sogenannten modernen Gegenstände lassen darauf schließen, dass die Ordensritter der Nachwelt ihre Anwesenheit im Hypogäum dokumentieren wollten. Als man die oberste Ablagerungsschicht abgetragen hatte, kam unter dieser eine kompakte Dunkle zum Vorschein. Es ergab sich kein Hinweis, dass diese einst von Menschenhand eingelagert wurde. Ferner konnten in dieser kompakten Ablagerung, keine zeitlich trennbaren Einzelschichten nachgewiesen werden; es handelt sich also definitiv um einen einzigen Einlagerungs-Vorgang, welcher die Räume bis zu einem Meter hoch mit Schlamm füllte, der sich in Folge des Trockenvorgangs verdichtete. Die Ablagerung bestand aus roter Erde, die man noch heute auf dem Archipel Malta vorfindet. Sie war überall anzutreffen, auch in jenen Räumen, welche sehr sorgfältig bearbeitet worden sind. Dieses Bild bot sich in allen drei Etagen des Hypogäums. Die Räume und Passagen, wurden Zentimeter für Zentimeter von den Ablagerungen gesäubert und es kamen „ausschließlich“ sterbliche Überreste von Menschen zum Vorschein; um es deutlich zu machen… es fanden sich darin keinerlei Überreste von Tieren! Zur Verwunderung der Ausgräber, befanden sich die freigelegten Knochen und Schädel in veränderter Anatomie, das heißt: „Die menschlichen Überreste bildeten keine Skelette“, sondern lagen wirr durcheinander in der Schlammablagerung. Prof. Zammits‘ Protokoll ist zum Beispiel wörtlich zu entnehmen:  „Kammer 28… nicht ein einziges Skelett konnte in normaler Position geborgen werden.“ In einem Raum der Kubatur von 3,17 x 1,20 x 1,00 Meter, wurden die Reste von zirka 70 menschlichen Skeletten gefunden. Es ist keine Frage, bei einer regulären Bestattung hätten in diesem Raum nicht mehr als 12 Körper beerdigt werden können.
In allen Kammern auf den drei Ebenen bot sich das gleiche Bild, es kamen keine kompletten Skelette ans Licht. Man fand hier und da mal einen vollständigen Fuß oder einen Unter-Arm mit Hand und Fingern. Unter all den Knochen, fand man nur einmal sechs Wirbel der Wirbelsäule in der richtigen Reihenfolge positioniert, jedoch ohne den Säulenfortsatz. Prof. Zammits‘ Bericht zu Folge, konnten am Ende der Ausgrabung die Überreste von schätzungsweise 7.000 menschlichen Individuen freigelegt werden!

 

Langschädel aus dem Hypogäum

Die ersten Untersuchungen der Knochen und Schädel endeten äußerst verblüffend, denn wie es sich herausstellte, handelte es sich bei den Fundstücken um ausschließlich frühgeschichtliche Menschentypen! Anlass für diese Feststellung war das Auffinden von elf relativ gut erhaltenen Schädeln, die eindeutig der Langschädel-Abart… „Dolichokephal“  zu zuordnen waren. Schädel dieses Typs können noch heute bei Ausgrabungen überall in Malta gefunden werden.
Schon bei den  Ausgrabungsarbeiten des Mnajdra Tempels im Jahre 1840, gab es in dieser Hinsicht einen Sensationsfund. Dort  konnte ein vollständig erhaltenes Babyskelett samt Dolichokephal Schädel ausgegraben werden. Unglücklicherweise fand dieser Fund Einzug in eine Privatsammlung und wird wahrscheinlich für die Öffentlichkeit nie mehr zugänglich sein.
Von den elf sichergestellten Langschädeln aus dem Hypogäum, verschwanden fünf im Laufe der Zeit. Die restlichen sechs befinden sich noch im Besitz der Museumsverwaltung. Der Dolichokephal Schädel-Typus, ist eindeutig dem 1,60 m kleinen, stämmig untersetzten Homo Sapien sapiens Neanderthalensis zu zuordnen, welcher, so die wissenschaftliche Meinung, seit dem Ende der letzten Eiszeit ausgestorben sei. Diese und andere Funde stützen meine Alters-Berechnungen, dass alle Malteser Tempel schon während der letzten Eiszeit existiert haben müssen. Wie sonst kämen 7.000 menschliche Skelette des Neandertalers in das Hypogäum und weitere desgleichen Typs in andere unterirdische Bauwerke.

 

         

Wer ist hier wohl der Neandertaler?

Am Ende der Ausgrabungsarbeiten stand Prof. Dr. Zammit vor einer auf drei Ebenen verteilten Anlage, die insgesamt 29 Kammern, bzw. Räume aufwies.

Mit ihren Grabungsberichten bestätigen Dr. A. A. Caruana, Januar 1902, Prof. Sir Themistokles (Themi) Zammit, im Jahr 1910 und R. N. Bradley im Februar 1913 unmissverständlich, dass es sich bei den im Hypogäum gefundenen sterblichen menschlichen Überresten, keinesfalls um Bestattungen handle!

Ist es wie heutzutage selbstherrlich behauptet wird, eine Stätte des Totenkultes gewesen?

Gestützt auf die Grabungsberichte aus erster Hand, sage ich klipp und klar… NEIN!!!

Doch es bleibt die Frage… was hatten dort unten 7,000 Menschen zu suchen und wie sind sie ums Leben gekommen?

Im Hypogäum Teil 2 werdet Ihr die Antwort finden!